Vic + Flo haben einen Bären gesehen

Vic + Flo ont vu un ours
Kanada 2013, Denis Côté
Digital, dt. Untertitel, 90 Min.

 

 

Die selbstbewusste Vic ist gerade auf Bewährung aus dem Gefängnis entlassen worden. Gemeinsam mit ihrer Knastliebe, der jüngeren Florence Flo, will sie ein neues Leben beginnen. Tief in den kanadischen Wäldern quartiert sie sich im Haus ihres schwerkranken Onkels ein. Der einzig regelmäßige Besucher der Frauen ist Guillaume, ein junger Bewährungshelfer, der den beiden mit seinen wöchentlichen Stippvisiten mächtig auf die Nerven geht. Eine Weile genießen Vic und Flo das Leben in Freiheit und lassen sich treiben. Doch dann wird nach und nach deutlich, dass sie unterschiedliche Vorstellungen von der Zukunft haben. Eine undurchschaubare Nachbarin sorgt für Unruhe und allmählich verdichten sich Zeichen heraufziehender Bedrohung. Selbst der Wald wartet mit heimtückischen Fallen auf.

Der kanadische Regisseur Denis Côté entwickelt in seinem dritten Spielfilm eine ganz eigene, völlig unberechenbare Wirklichkeit, die mitunter auch verstörend brutal sein kann. VIC + FLO HABEN EINEN BÄREN GESEHEN ist ein virtuoses Spiel mit Motiven und Genres, ein Film, der zwischen der Abgründigkeit und Grausamkeit mancher Märchen, Krimi und Sozialdrama oszilliert und auf der diesjährigen Berlinale für großes Aufsehen und einige Diskussionen sorgte.