Darker Than Midnight

Più buio di mezzanotte
Italien 2014, Sebastiano Riso
98 Minuten, OmU

 

 

Der 14-jährige Davide entflieht der Enge und der Gewalt seines Elternhauses und lebt fortan auf der Straße. Dort findet er in Antonio, der sich Rettore nennt, rasch einen neuen Freund. Über ihn lernt Davide eine bunte Truppe von jungen Leuten kennen, die, obdachlos wie er, im Park schlafen, sich ungeniert ihr Essen in den Supermärkten zusammenklauen und allesamt auf den Strich gehen. Bisher sexuell noch unerfahren, beteiligt er sich anfänglich nur zögerlich an dem Treiben um ihn herum. Das ändert sich aber, als er sich in den Stricher Vito verliebt.

 

Gleich zu Beginn von DARKER THAN MIDNIGHT erklingt die erste Liedzeile des Gospels Sometimes I Feel Like A Motherless Child, was als Motto von Sebastiano Risos Debütfilm verstanden werden kann. Denn trotz der vitalen und intensiven Genrebilder von Catanias Halbwelt im Osten Siziliens bleiben Hoffnungslosigkeit und das Gefühl der Verlorenheit ständig präsent. Alle Figuren sind stark überzeichnet, beinahe karikaturenhaft dargestellt. Es mag paradox erscheinen, aber gerade durch diese Überzeichnung gelingt Riso ein Blick auf eine ungeschminkte Wirklichkeit, die berührt.

 

Der Film basiert auf der Lebensgeschichte der bekannten sizilianischen Drag Queen Davide „Fuxia“ Cordova, die in der Rolle der Sängerin Louvre einen spektakulären Gastauftritt hat.

 

für weitere Infos: www.pridepictures.de