Harun Farocki Filmabend

 

 

Wie man in die Bilder hinein spricht und aus ihnen heraus liest: Der Filmemacher Harun Farocki und seine Filmpädagogik

 

Der Dokumentar- und Essayfilmer Harun Farocki hat ein beeindruckendes Werk hinterlassen, das sich immer wieder aufs Neue mit der Frage auseinandersetzt, wie die Dinge in Beziehung stehen. Seine Filme entfalten ambivalente Narrative, die aufzeigen wie mit den Mitteln des Films gedacht werden kann. Die Filmauswahl des Abends thematisiert Farockis erörternde Umgangsweisen mit Bildern, die ein anderes, ein filmisches Verstehen ermöglichen. Emanzipative, und damit auch pädagogische, Arten des Bildhandelns sind sämtlichen Filmen Harun Farockis zu eigen: Indem vorhandene Bilder aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang gelöst und rekombiniert werden, treten die Funktionsweisen ihrer Lektüre zutage, werden unsichtbare Bezüge sichtbar.

In BILDER DER WELT UND INSCHRIFT DES KRIEGES (1988) werden Krieg, die Produktion von Bildern und die Industrie zusammen gedacht. SCHNITTSTELLE (1995) erforscht die doppelte Funktion des Schnitts im Film, der als verbindende Trennung Bilder zusammenführt und entzweit. Die Produktionen DER WEG DES GELDES (1973) und BRÜCKEN (1977) wurden für die Sesamstraße und das Sandmännchen konzipiert und zeigen komplexe gesellschaftliche Zusammenhänge für ein junges Publikum. (Lennart Krauß)

 

Der Filmabend findet im Rahmen des Seminars „Konfigurationen“ von Lennart Krauß an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe statt.