Giovanni Segantini - Magie des Lichts

Schweiz 2015, Christian Labhart
Digital, 82 Min.

 

 

Giovanni Segantini galt in der italienischen Kunst des 19. Jahrhundert als universellster Maler, der von Kunsttheoretikern gleichbedeutend mit Edvard Munch, Vincent van Gogh und James Ensor eingestuft wurde. Er schuf meist unter freiem Himmel monumentale Werke, in denen der Mensch, einfach und ohne jedes Pathos, in der Landschaft eingebettet ist und mit ihr verschmilzt. Genau beobachtend, malte er seine Hochgebirgspanoramen hell und in schonungslosem Licht und dennoch immer bestrebt, über das Physische hinauszuweisen ins Spirituelle. Der Regisseur Christian Labhart versucht nicht Segantinis Leben und Werk zu erklären oder einzuordnen, vielmehr vermittelt er in seinem dokumentarischen Essay einen sinnlichen Einstieg in den höchst eigenwilligen Kosmos des Malers, der zugleich auf das 19. Jahrhundert und seine Ideengeschichte verweist. Historische Fotos des Malers und seiner Familie sowie der Orte, an denen er lebte, treffen auf heutige Impressionen von Segantinis Lebensstationen. Die Betrachtung seiner Gemälde verschränken sich mit Selbstzeugnissen aus dem Off (gelesen von Bruno Ganz), Texten aus einem biografischen Roman (gelesen von Mona Petri) und sakraler Musik zu einer meditativen Hommage an den Künstler. (nach: Felicitas Kleiner, Filmdienst 18/2015)