Quer durch den Olivenhain

Zir e darakhtan e zeyton
Iran 1994, Abbas Kiarostami
mit Hossein Rezai, Tahereh Ladania. 35mm, 104 Min., Farsi/dt.UT

 

 

Eine Geschichte, scheinbar so alt wie die Menschheit: Ein junger Mann, ein mittelloser Bauarbeiter, verliebt sich in eine Frau aus gutem Hause, deren Familie seinen Heiratsantrag aber vehement ablehnt. Als dann ein Erdbeben die Besitztümer der reichen Familie zerstört, macht sich der Mann erneut Hoffnungen, da ja nun in gewisser Weise materieller Gleichstand herrscht. Was wie eine Romeo-und-Julia-Variante klingt, wird von Kiarostami höchst kunstvoll verfeinert und verschachtelt, auf mehreren Erzählebenen perspektivisch gespiegelt und gebrochen. Ein weiteres Handlungselement ist ein Filmteam, das im Erdbebengebiet einen fiktiven Film dreht. Dieser Kunstgriff bietet Kiarostami die Gelegenheit zu mannigfachen Betrachtungen über das Metier des Filmemachens. Bei aller Komplexität findet der Film zu großer Schönheit und wird getragen von einer tief empfundenen Humanität. (nach: Roland Rust, fd 18/95)