Das siebente Siegel

Det Sjunde inseglet
Schweden 1956, Ingmar Bergman
mit Gunnar Björnstrand, Max von Sydow, Bibi Andersson. Digital, 96 Min., Schwedisch/dt.UT

 

 

Ein heimkehrender Kreuzritter findet seine Heimat von Pest verwüstet vor. Auf der Suche nach Gott, den er bei verschiedensten Begegnungen zu finden hofft, stößt er immer wieder auf den Tod, eine an einen Mönch gemahnende Figur, mit dem er um sein Leben und das der Menschheit Schach spielt. Die Bilder des Films, vor allem die Totentanzdarstellungen, entstammen frühen Kirchenmalereien Nordeuropas und in ihrem Kontext verstand es Bergman mit seinem sicheren Gefühl für die dargestellte Zeit das brutale Elend mittelalterlichen Lebens machtvoll lebendig werden zu lassen.

„Eine Meditation voller Fragen über den Tod“ nannte Regie-Kollege François Truffaut Ingmar Bergmans wohl bildgewaltigste Parabel. Kraftvoll fotografiert und gespielt, folgt man auch heute noch gebannt der philosophischen Debatte zwischen Tod und Ritter, den Allegorien und düsteren Argumenten über den Sinnverlust christlicher Werte und dem grandiosen Schattenspiel. Zweifellos ist dies Ingmar Bergmans Meisterwerk, das sowohl die Nazi-Gräuel verarbeitet als auch die Angst vor einer nuklearen Katastrophe beinhaltet. Gleichzeitig markiert der Film die Geburtsstunde des modernen Kunstkinos. (prisma)


In Zusammenarbeit mit dem Institut für Germanistik, Abteilung Mediävistik am KIT.