Der große Weg

Welikij Put
UdSSR 1927, Esfir Schub
35mm, 95 Min., Russische Zwischentitel/dt.UT

 

 

Esfir Schub wurde berühmt als Pionierin des Montage- bzw. Collagefilms aus Wochenschaumaterial. Seit 1922 schnitt und untertitelte sie ausländische und vorrevolutionäre Filme. Ihre Zusammenarbeit mit Sergej Eisenstein, insbesondere sein PANZERKREUZER POTEMKIN (1925) brachte sie auf die Idee, über Geschichte mit Hilfe von zeitgenössischem Filmmaterial zu berichten. Nach dreijähriger Forschungsarbeit an Wochenschauen der Jahre 1912-17 sowie an der Filmsammlung des Zaren vollendete sie 1927 ihren ersten Fim DER FALL DER DYNASTIE ROMANOW, noch im selben Jahr folgte DER GROSSE WEG nach Wochenschauen von 1917-27, ein großangelegtes Panorama zum 10. Jahrestag der Oktoberrevolution, das zum ersten Mal für das russische Publikum Szenen aus Lenins Privatleben zeigte. Esfir Schubs Kunst der Montage und ihr Geschick im ironischen und didaktischen Arrangement des Materials war von großem Einfluss auf spätere Dokumentar- und Kompilationsfilmer. (nach Rowohlt Filmlexikon)

“‚Montage‘ - dieses Wort hatte in den Jugendtagen unseres Films eine fast magische Bedeutung. Es klang wie eine Beschwörungsformel, wie das Sesam-öffne-dich, das uns den Zugang zu den Höhlen mit allen kinematografischen Schätzen freimachte. Und die Hüterin dieser Geheimnisse, die unbedingte, unbestreitbare Zauberin der Montage, war Esfir Schub.“ (Sergej Jutkewitsch, 1959)

 

In Zusammenarbeit mit der HfG Karlsruhe im Rahmen des Seminars “Le cinéma au service de l’histoire” von Prof. Andrei Ujica.