Ida

Polen/Dänemark 2013, Pawel Pawlikowski
mit Agata Kulesza, Agata Trzebuchowska, Jerzy Trela. Digital, 82 Min., Polnisch/dt.UT

 

 

Polen zu Beginn der 1960er Jahre. Das Mädchen Anna ist in einem Kloster aufgewachsen, vor dessen Toren es einst als Kleinkind abgelegt wurde. Kurz vor der Weihe zur Nonne, soll Anna ihre einzige noch lebende Verwandte kennenlernen, die Richterin Wanda. Gemeinsam mit der Tante reist sie durch das Land, auf der Suche nach der eigenen Geschichte. Dabei erfährt sie, dass sie eigentlich Ida Löwenstein heißt und jüdische Wurzeln hat. Sie hört von der Ermordung ihrer Eltern, vom Holocaust und von polnischen Antisemiten, die mit den deutschen Besatzern kollaborierten. Nahezu stumm nimmt Ida, der das Leben außerhalb der Klostermauern fremd ist, die Untiefen ihrer Vita zur Kenntnis. Am Schicksal zweier Frauen reflektiert Pawel Pawlikowski die Ungeheuerlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Stilistisch orientiert sich der Film an den religiös grundierten Kinodramen eines Carl Theodor Dreyer oder Robert Bresson. Nicht zuletzt wegen der ausgezeichneten Kameraarbeit erhielt IDA zahlreiche Europäische Filmpreise und gewann in diesem Jahr den Oscar als Bester fremdsprachiger Film. (nach Ralf Schenk, film-dienst 8/14)