Taxi Teheran

Taxi
Iran 2015, Jafar Panahi
mit Jafar Panahi. Digital, 86 Min., Farsi/dt.UT

 

 

Mit TAXI TEHERAN ist Jafar Panahi in mehrerer Hinsicht ein Meisterwerk gelungen. Der Witz und die Chuzpe mit der er hier der Zensur getrotzt hat, ist einfach bewundernswert. Die intelligente Mischung aus scheinbar Dokumentarischem und Inszeniertem belegt erneut das große Können dieses Regisseurs. Für das Funktionieren des Films ist die Offenlegung seiner Entstehungsbedingungen gleich zu Beginn von großer Bedeutung. Panahi spielt sich selbst, einen Regisseur, der mit dem Taxi durch Teheran fährt. Gleich sein erster Fahrgast, der ironischerweise mit illegalen Hollywood-DVDs handelt, spricht ihn auf seine Filme und die im Taxi installierten Kameras an. Das Taxi wird als mobiles Filmstudio kenntlich gemacht, in das ständig neue Fahrgäste ein- und aussteigen. In den Gesprächen während der Fahrt kommen alle möglichen Aspekte der politischen und gesellschaftlichen Realität in der Islamischen Republik zur Sprache. Dabei ist dieser hoch verdichtete Diskursraum so leichthändig inszeniert, dass man fast vergessen könnte, welches Risiko alle Beteiligten bei diesem Film eingegangen sind. Als Panahi dafür auf der Berlinale im Februar der Goldene Bär zuerkannt wurde, den dann seine 12-jährige Nichte in Empfang nahm, war die Begeisterung bei Kritik und Publikum so einhellig wie selten. (nach: Esther Buss, film-dienst 15/15)