Manuscripts Don‘t Burn

Dast-Neveshtehaa Nemisoozand
Iran 2013, Mohammad Rasoulof
Darsteller ungenannt. Digital, 124 Min., Farsi/dt.UT

 

 

Rasoulof nennt seinen Film eine „wahrheitsgetreue Fiktion“, die auf der Basis tatsächlicher Ereignisse entstand. Die Handlung spielt in den 1990er Jahren, als das Regime gezielt Künstler und Intellektuelle ermorden ließ. Eine Gruppe von iranischen Schriftstellern plant eine gemeinsame Busfahrt nach Armenien. Der Fahrer soll im Auftrag des Geheimdiensts den Bus in den Abgrund stürzen und das Ganze als Unfall tarnen. Der Plan misslingt und einer der beteiligten Schriftsteller schreibt ein Buch über den unglaublichen Vorfall. Als das Manuskript fertig ist, setzt der Geheimdienst zwei Agenten auf ihn an. Der Film funktioniert wie ein Paranoia-Thriller, der ganz ohne plakative Effekte auskommt. Dabei wechselt er beständig die Perspektive zwischen den beiden Auftragskillern und den regimekritischen Schriftstellern, die beseitigt werden sollen. Rasoulofs Film ist eine wütende Anklage gegen den Terror und die zynische Willkür des iranischen Staates. Um den Regisseur zu schützen, lief MANUSCRIPTS DON'T BURN 2013 in Cannes noch ohne Nennung seines Namens, alle übrigen Beteiligten des Films bleiben bis heute unerwähnt. Inzwischen ist das Ausreiseverbot gegen Rasoulof aufgehoben und er lebt zeitweilig im Ausland.