Sobibór, 14. Oktober 1943, 16 Uhr

Sobibór, 14 octobre 1943, 16 heures
Frankreich 2001, Claude Lanzmann
Digital, 95 Minuten, Französisch, Hebräisch/dt.UT; Originalsprachen: Französisch, Hebräisch.

 

 

„Sobibór, 14. Oktober 1943, 16 Uhr“ - diese Daten bezeichnen den Beginn des einzigen gelungenen bewaffneten Aufstands von Gefangenen in einem nationalsozialistischen Vernichtungslager. Sein Gelingen verdankt sich nicht nur einem guten Plan und dem Mut der Beteiligten, sondern auch der sprichwörtlichen deutschen Pünktlichkeit. Als der Aufstand begann, war nur ein Teil des deutschen Personals im Lager anwesend. Sie alle wurden zu Terminen ab 16 Uhr erwartet, unter anderem zur Anprobe in der Schneiderwerkstatt, in der Häftlinge ihnen pelzgefütterte Wintermäntel nähen mussten. Pünktlich erschienen sie im Fünfminutentakt und wurden von den Häftlingen mit Äxten getötet.

Zu den Aufständischen zählte auch der damals siebzehnjährige Yehuda Lerner. Bereits bei der Vorbereitung seines Films Shoah hatte Claude Lanzmann mit ihm gesprochen, das Material dann aber nicht verwendet. Zwanzig Jahre später sucht er Lerners Stationen auf dem Weg nach Sobibór noch einmal auf. Neben den Großaufnahmen vom erzählenden Yehuda Lerner sind diese Bilder der - damaligen - Gegenwart ein wesentlicher Bestandteil des Films. (nach: Anna Hoffmann, Asynchron, 2015)