Der 81. Schlag

Ha‘ makah ha‘ shmonim ve‘ ahat
Israel/Frankreich 1975, Bergmann/Gouri/Ehrlich/Novitch/Shner
Digital, 115 Min., dt.UT; Originalsprachen: Hebräisch, Jiddisch, Deutsch.

 

 

Die Geschichte von den achtzig Schlägen, mit denen Michael Goldmann-Gilad als Junge im Ghetto von Przemy?l vom Kommandanten Schwammberger fast zu Tode geprügelt wurde, kam 1961 im Eichmann-Prozess zur Sprache. Der Holocaust-Überlebende hatte bereits zuvor die Erfahrung gemacht, dass man seinen Erzählungen nicht glaubte. Dass man seine Geschichte für das Produkt seiner Fantasie infolge seiner schrecklichen Erlebnisse hielt, war für ihn der 81. Schlag. Der Titel des Films ist mit Bedacht gewählt, tritt er doch gewissermaßen eine Beweisführung an. Ausschließlich aus historischen Film- und Fotoaufnahmen montiert, erzählt er vom jüdischen Leben in Europa, vom Aufkommen des Nationalsozialismus, von deutschen Massen, die über Reden von Hitler und Göbbels jubeln, von antisemitischen Ausschreitungen, ersten Progromen, vom Beginn des Krieges, von Deportation, Selektion und Vernichtung in den Lagern und schließlich von kleinen Akten des Widerstands und dem Aufstand im Warschauer Ghetto. Anstelle von Erklärungen oder Kommentaren hört man Zeugenaussagen von Überlebenden aus dem Eichmann-Prozess und eine eigens für den Film komponierte Musik. (nach: Anna Hoffmann, Asynchron, 2015)