9 Tage und ein Morgen

Russland 2014, Vera Storozheva
mit Anna Shtcherbina, Olga Popova, Xavier Gallais, Sergej Puskepalis, Gleb Puskepalis, Svetlana Toma. Digital, 87 Min., dt.Untertitel

 

 

Das Pariser Topmodel Anna kehrt in die russische Provinzstadt zurück, in der sie die ersten Jahre ihrer Kindheit in einem Waisenhaus verbracht hat. Vor vielen Jahren wurde sie von einem französischen Paar adoptiert. Jetzt ist sie ein erfolgreiches Fotomodell, tourt als „Charity-Botschafterin“ einer Kosmetiklinie durch Russland und verteilt Werbegeschenke an Waisenkinder. So verbringt sie auch einige Tage in ihrer Heimatstadt und besucht das örtliche Waisenhaus, wo ihre Erfolgsgeschichte eine Legende ist. Alle haben große Erwartungen an Anna, die diese nicht erfüllen kann. Während ihr Verlobter, der Fotograf Michel, trotz fehlender Sprachkenntnisse unbefangen auf die Menschen zugeht, ist Anna wie eine Fremde in der alten Heimat. Erst die Begegnung mit ihrer leiblichen Schwester, der gehbehinderten, übergewichtigen Ljuba, die ein einfaches Leben als Bademeisterin in der örtlichen Banja führt, löst bei Anna echte emotionale Reaktionen aus. Die Schwestern kommen sich näher und Anna möchte Ljuba helfen. Doch das Klischee vom hässlichen Entlein und dem Schwan erfüllt sich hier nicht. Auf den Spuren ihrer eigenen Vergangenheit und in Auseinandersetzung mit den Menschen des Städtchens stößt Anna an ihre Grenzen und es wird deutlich, dass sie sich selbst entfremdet ist. Führt sie wirklich das glücklichere Leben als die scheinbar benachteiligte Ljuba?