Ferner schöner Schein

Z daleka widok jest piekny
Polen/USA 2011, Anka Sasnal, Wilhelm Sasnal
mit Agnieszka Podsiadlik, Marcin Czarnik, Piotr Nowak. Digital, 77 Min., dt.Untertitel.

 

 

Ein Dorf mitten in den polnischen Wäldern, unter der drückenden Hitze des Sommers, ist der Ort des Geschehens. Pawel, der mit seiner dementen Mutter in einem Haus am Dorfrand lebt und sich mit Schrottsammeln über Wasser hält, möchte mit seiner Verlobten ein neues Leben beginnen. Er schafft seine Mutter fort und verschwindet dann selbst spurlos, keiner weiß, wohin. Seine Freundin macht sich an einen gründlichen Hausputz, in der Erwartung sich dort niederzulassen. Bald schwinden ihre Hoffnungen auf eine Rückkehr Pawels. In ihrer Abwesenheit dringen nach und nach die Dorfbewohner in das Haus ein um die zurückgelassenen Besitztümer untereinander aufzuteilen. Schließlich fliegen die Fenster- und Türrahmen auf einen Scheiterhaufen, während das ganze Dorf schweigend zuschaut.

Das Künstlerpaar Anka und Wilhelm Sasnal entwirft in seinem ersten abendfüllenden Spielfilm anhand eindringlicher Bilder ein stilles Sittenporträt über menschliche Grausamkeit und moralischen Verfall. In langen Einstellungen und ohne viele Worte entsteht ein Gleichnis, das fast unmerklich ein anderes Kapitel der polnischen Geschichte einbezieht und das Verhalten der Zivilgesellschaft gegenüber ihren jüdischen Nachbarn im Zweiten Weltkrieg parabelhaft in die Gegenwart holt.