Geschichten aus Javé

Narradoresde de Javé
Brasilien 2003, Eliane Caffé
mit José Dumont, Gero Camilo, N. Xavier, Rui Resende. 35mm, 100 Min., Portugiesisch/dt.Untertitel

 

 

Das Dorf Javé im armen brasilianischen Norden soll von einem Stausee überflutet werden. Da beschließen die Bewohner ein Buch über die Historie ihres Ortes zu verfassen, um den Behörden zu beweisen, dass sie hier wertvolles Kulturgut vernichten. Für die Rolle des Dorfschreibers kommt nur der wenig geliebte Postbeamte Antonio in Frage, da er als einziger schreiben kann. Als dieser jedoch beginnt, die mündlich überlieferten Geschichten der Bewohner zu sammeln, stellt er schnell fest, dass jeder seine ganz eigene Version der Dorfchronik hat. Der zweite Spielfilm der Regisseurin Eliane Caffé ist eine Liebeserklärung an die Farbigkeit einer kollektiven Fabulierlust, an den Humor einer nimmermüden Fantasie und an die Wahrheit im Schwindel. GESCHICHTEN AUS JAVÉ verbindet viel mit der Tradition des magischen Realismus in der lateinamerikanischen Literatur. Wie das Dorf Macondo in Gabriel Garcia Marquez’ Roman “Hundert Jahre Einsamkeit” existiert auch Javé vor allem durch die Macht des erzählten Wortes.