Dark Blood

Niederlande 2012, George Sluizer
mit River Phoenix, Judy Davis, Jonathan Pryce. Digital, 86 Min., Englisch/dt.Untertitel

 

 

Eine von Nukleartests verseuchte Wüste in den USA. Hier lebt Boy, ein verwitweter, junger Mann mit indianischen Wurzeln. Umgeben von Voodoo-Puppen der Ureinwohner, die magische Kräfte besitzen sollen, erwartet er das Ende der Welt. In dieses Refugium dringen eines Tages Harry und Buffy ein, die auf einer späten zweiten Hochzeitsreise sind, um zu prüfen, ob ihre Ehe noch eine Zukunft hat. Als ihr Auto streikt, bietet Boy zunächst seine Hilfe an. Doch dann beginnt er, die beiden wie Gefangene zu halten. Er hofft, gemeinsam mit Buffy in eine bessere Welt hinüberwechseln zu können.

Regisseur George Sluizer drehte diesen existenzialistischen Spätwestern im Jahr 1993. Zehn Tage vor Ende der Dreharbeiten starb der Hauptdarsteller River Phoenix an einer Überdosis Drogen. Der Film war zu diesem Zeitpunkt zu etwa 80% fertig. Die Versicherung, die den finanziellen Schaden des schließlich abgebrochenen Filmprojekts abdeckte, erhielt das abgedrehte Material. Es folgte ein 20-jähriges rechtliches Hin und Her bis Sluizer sein altes Material wiederbekam und mittels Crowdfunding in den Niederlanden den Film fertigstellen konnte. Die wenigen fehlenden Szenen wurden dabei durch einen beschreibenden Off-Kommentar des Regisseurs ersetzt. In Deutschland war der Film erstmals auf der Berlinale 2013 zu sehen, wo er außer Konkurrenz in der Sektion Wettbewerb gezeigt wurde. Nun hat er glücklicherweise doch noch den Weg in ausgewählte Kinos gefunden.