Auf Scheißer schießt man nicht

BRD 1969, Hansjürgen Pohland
mit Ini Assmann, Claudia Bremer, Berta Drews, Edgar Froese, Ingrid van Bergen 35mm, 90 Minuten

 

 

Als Mitunterzeichner des Oberhausener Manifests und als Regisseur der Literaturverfilmung Katz und Maus ist Hansjürgen Pohland eigentlich kein Unbekannter in der bundesdeutschen Filmgeschichte. Und als Produzent der Böll-Verfilmung Das Brot der frühen Jahre von 1962 wurde Pohland sogar eine frühe Schlüsselfigur im gerade aufkeimenden Jungen Deutschen Film. Trotzdem war er, als er 2014 im Alter von 79 Jahren verstarb, doch weitgehend in Vergessenheit geraten. Die Stiftung Deutsche Kinemathek in Berlin bemüht sich seit einiger Zeit das Werk Pohlands wenigstens in Teilen wieder zugänglich zu machen. Darunter auch diese ziemlich wüste Satire über eine Clique von Aussteigern oder wie man im damaligen Sprachgebrauch sagte: Gammlern. Eine Gruppe von Männern wohnt auf einem Hausboot und lebt von Überfällen. Eine junge Frau, die mit dem Motorrad durchs Land fährt, schließt sich ihnen spontan an. Der Film wurde mit einfachsten Mitteln realisiert, immer wieder erklären Texteinblendungen oder Untertitel wer oder was gerade zu sehen ist. Zu dem illustren Kreis der Darsteller zählt u.a. der Komponist Edgar Froese, der mit seiner Formation Tangerine Dream auch den Soundtrack besorgte. Das Ganze ist ein reichlich trashiger Gruß aus einer Zeit, als der deutsche Film wirklich noch sehr jung war.