Dialog mit meinem Gärtner

Dialogue avec mon jardinier
Frankreich 2007, Jean Becker
mit Daniel Auteuil, J.-P. Darrousin, Fanny Cottencon. 35mm, 109 Minuten, Französisch/dt.UT

 

 

Der Kunstmaler Dupinceau ist Mitte 50. Nicht nur durch die drohende Scheidung von seiner Frau gerät er in eine Lebenskrise. Er kehrt zurück aufs Land, in das Haus seiner verstorbenen Mutter, irgendwo in der Region des Beaujolais. Langsam beginnt er sich in der Einsamkeit einzurichten und zu malen. Um den verwilderten großen Garten wieder herzurichten, sucht er per Annonce einen Gärtner. Überraschend sieht er sich Dujardin gegenüber, mit dem er einst die Schulbank drückte. Er stellt den Ruheständler und passionierten Gärtner ein, der ihm peu à peu die Augen öffnet für die Schönheiten der Natur und des Landlebens. Immer mehr und immer länger reden die beiden ungleichen Männer miteinander: der weltgewandte Maler aus der Großstadt und der pensionierte Eisenbahner, der mit seiner Ehefrau ein scheinbar eintöniges Leben führt, aber eine unglaubliche Ruhe und Zuversicht ausstrahlt. Visuell führt Jean Becker seine Geschichte über eine ungewöhnliche Männerfreundschaft aus der Gegenwart zurück in den Impressionismus, mit Bildern, die aussehen wie Fotos und Gemälde aus der Zeit von Renoir und Monet. Filme über das Landleben bilden eine Art Subgenre des französischen Kinos. Beckers Film, der auf dem gleichnamigen Roman des Malers und Schriftstellers Henri Cueso basiert, ist zweifellos einer der schönsten dieser Art. (nach.: Andrea Dittgen, film-dienst 26/07)