Sugarland Express

USA 1974, Steven Spielberg
mit Goldie Hawn, Ben Johnson, Michael Sacks. 35mm, 110 Minuten, DF

 

 

Die Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit. Die 25-jährige arbeitslose Kosmetikerin Lou Jean Poplin ist vorbestraft. Während sie im Gefängnis war, hat ihr die Fürsorge ihr Baby weggenommen. Es soll bei Pflegeeltern in Sugarland, Texas aufwachsen. Lou will sich das nicht gefallen lassen. Ihr ebenfalls vorbestrafter Ehemann Clovis wird gerade in einem Bewährungsheim auf seine endgültige Entlassung in vier Monaten vorbereitet. Lou stellt ihn vor die Wahl: er soll ihr umgehend helfen, das Kind zurückzuholen oder er werde sie nie wiedersehen. Mit einem gestohlenen, aber ziemlich klapprigen Auto machen sie sich auf den Weg nach Sugarland. Bald haben sie einen Unfall mit Totalschaden. Als ihnen der freundliche Polizist Maxwell helfen will, begehen sie ihren größten Fehler. Sie entwenden seine Dienstwaffe, nehmen ihn als Geisel und setzen in seinem Polizeiauto die Fahrt fort. Im Schlepptau haben sie ab jetzt Dutzende von Polizeifahrzeugen, die von einem erfahrenen Polizei-Captain angeführt werden, der ein Blutbad unbedingt vermeiden möchte.

SUGARLAND EXPRESS war Spielbergs erster Kinofilm, nachdem er sich zuvor mit der Fernsehproduktion DUELL als talentierter Handwerker erwiesen hatte. Er inszenierte seine Variante des Bonnie-and-Clyde-Themas als rasantes Road Movie durchsetzt mit Momenten makabren Humors. Zugleich ist der Film auch ein bitterer Abgesang auf das Glücks- und Freiheitsversprechen der USA, das durch ein fragwürdiges Rechtssystem ad absurdum geführt wird.