Bella e perduta – Ein Reise in Italien

Italien 2015, Pietro Marcello
mit Tommaso Cestrone, Sergio Vitolo, Gesuino Pittalis. Digital, 87 Minuten, Italienisch/dt.UT

 

 

„Pulcinella“ ist in der Commedia dell‘arte die Figur des einfältigen Dieners. Ausgestattet mit langer Vogelnase, weißem Kostüm, schwarzer Halbmaske und einem spitzen Hut. In Pietro Marcellos mythischer Parabel wird Pulcinella aus den Tiefen des Vesuvs in das heutige Kampanien geschickt. Er soll den letzten Willen von Tommaso erfüllen, einem einfachen Hirten, und einen jungen Büffel namens Sarchiapone retten. Sein Weg führt ihn in eine verlassene Residenz der Bourbonen in der Nähe von Neapel. Dort findet er den kleinen Büffel, der zu seiner Überraschung auch des Sprechens mächtig ist. Die beiden Diener – Mensch und Tier – begeben sich auf eine lange Reise durch das schöne und verlorene Italien. Inspiriert durch die italienische Sagenwelt zeigt Regisseur Marcello das heutige Italien in all seiner Zerrissenheit durch die Augen eines Büffels und eines Narren. Ein Film voller Traumbilder, der auch die Frage nach bewahrenswerten Traditionen stellt, ohne dabei in Nostalgie zu verfallen. Seit Pasolini hat kein Filmemacher mit solcher Intensität um die dem Untergang geweihte Kultur Italiens getrauert. Pietro Marcello, der bereits 2009 in seinem vielbeachteten Film LA BOCCA DEL LUPO die Grenze zwischen Fiktion und Dokumentation aufhob, wurde für BELLA E PERDUTA auf zahlreichen Festivals ausgezeichnet.