Alice in den Städten

BRD 1974, Wim Wenders
mit Rüdiger Vogler, Yella Rottländer, Lisa Kreuzer. Digital, 110 Min.

 

 

Der deutsche Journalist Philip Winter soll im Auftrag einer Münchner Zeitung eine Reportage über Amerika schreiben. Zu Beginn des Films sitzt er an einem Strand am Pazifik. Er betrachtet eine Reihe vor ihm liegender Polaroidfotos, die er ununterbrochen macht. „Es ist doch nie das drauf, was man gerade gesehen hat“, stellt er einmal ernüchternd fest.

Auf dem Weg zurück nach Europa trifft er in New York auf die neunjährige Alice, die er zu ihren Großeltern bringen soll. Eine abenteuerliche Irrfahrt durch das Ruhrgebiet beginnt, denn beide haben keine Adresse, nur das Foto eines Hauses. „Mit ALICE IN DEN STÄDTEN habe ich meine eigene Handschrift gefunden“, so lautete rückblickend das Fazit von Wim Wenders über seinen vierten Spielfilm. Und in der Tat finden sich in diesem frühen Roadmovie einige der zentralen Ideen und Motive des Regisseurs. Der Blick für die Poesie des Alltags, für Bilder von Städten und Landschaften, die nichts beweisen, sondern nur etwas festhalten wollen. Die Sehnsucht nach einem imaginären Amerika, wie es sich in den alten Filmen und der populären Musik der USA findet. Die Reise als Möglichkeit zu sich selbst zu kommen.

Vielen gilt ALICE IN DEN STÄDTEN bis heute als einer der schönsten Filme dieses Regisseurs. Aus Anlass des 70. Geburtstags von Wim Wenders am 14. August stellen wir ihn in einer restaurierten Fassung endlich wieder einmal auf der großen Leinwand vor.