Boyhood

USA 2014, Richard Linklater
mit Ellar Coltrane, Patricia Arquette, Ethan Hawke. Digital, 166 Min., dt.UT

 

 

Für viele Kritiker war BOYHOOD die Sensation des Filmjahres 2014. In zwölf Jahren drehte Regisseur Richard Linklater mit denselben Schauspielern einen Film über die Kindheit und Jugend eines Jungen, der mit seiner Schwester und Mutter in Texas aufwächst. Der Darsteller seines Hauptprotagonisten Mason war zu Beginn der Dreharbeiten sechs Jahre alt, am Ende des Projekts war er ein junger Mann. Die Eltern sind geschieden, der Vater ist nach Alaska verschwunden und taucht im Lauf der Jahre nur hin und wieder auf, bis er schließlich eine neue Familie gründet. Es sind die vielen kleinen Alltagssituationen des ganz normalen Lebens einer Patchwork-Familie, die Linklater auf absolut faszinierende Weise vorführt. Eine gewöhnliche Kindheit in Amerika eingefangen in einem alles andere als gewöhnlichen Film. Langzeitbeobachtungen über sehr große Zeiträume kannte man bislang nur aus Dokumentarfilmen. Linklater hat mit seinem brillant geschriebenen und inszenierten Großprojekt ihre Möglichkeiten nun erstmals für einen Spielfilm genutzt. Dafür wurden er und seine geduldigen Darsteller mit Preisen überhäuft, darunter ein Oscar und ein Silberner Bär. (nach: Irene Genhart, film-dienst 12/14)