Kriegsspiel / Die verlorene Generation

ca. 70 Min.

 

 

Kriegsspiel     

The War Game

Peter Watkins, Großbritannien 1965.      

16mm, 50 Min.

Im Auftrag des britischen Senders BBC drehte Peter Watkins 1965 eine fiktive Dokumentation im Stil einer Reportage über einen nuklearen Angriff auf Großbritannien während des Kalten Krieges. Der Einmarsch chinesischer Truppen in Südvietnam und ein Zusammenstoß der Streitkräfte von NATO und Warschauer Pakt in Deutschland löst einen auf Europa beschränkten nuklearen Angriff aus, in dem Großbritannien ein Ziel sowjetischer Raketen ist. Der Film schildert am Beispiel der Grafschaft Kent das Chaos der Schutzmaßnahmen infolge von Zwangsevakuierungen und die verheerenden Folgen des Angriffs: Der Zusammenbruch der gesellschaftlichen Ordnung, mangelnde medizinische Versorgung, Hungersnot, Plünderungen und blutige Auseinandersetzungen. „Watkins entwarf ein radikales politisches und ästhetisches Filmkonzept. Dieses bezog seine agitatorische Kraft zu gleichen Teilen aus der zeitgenössischen Direct-Cinema-Dringlichkeit und einer bis dahin ungesehenen fiktionalen Zuspitzung realpolitischer Verhältnisse und Bedrohungen. (…) Die mit minimalistischen Mitteln hergestellten Fiktionen waren realistischer als vieles, was nicht nur der englische Dokumentarfilm zu diesem Zeitpunkt zu bieten hatte – vom Spielfilm ganz zu schweigen.“ (Georg Wasner, ray Filmmagazin 04/07)

THE WAR GAME wurde 1967 mit einem Oscar ausgezeichnet. Die BBC entschloss sich erst knapp zwanzig Jahre später zur Ausstrahlung des Films.

 

 

Die verlorene Generation

Yuten Tachibana, Japan 1982.     

16mm, 20 Min.

Der Film gibt Aufschluss über das Ausmaß der Zerstörung nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki. Überlebende schildern ihre damaligen Erlebnisse und berichten von ihren Leiden. Erstmalig sind hier Originalaufnahmen zu sehen, die nach dem Einmarsch in Japan von Amerikanern gefilmt wurden und bis 1982 nicht veröffentlicht werden durften. Der Film wurde mit Hilfe von Spenden der vielen zehntausend Friedensaktivistinnen hergestellt, die an der „Zehn-Fuß-Bewegung“ teilnahmen.

 

Ein Programm in Zusammenarbeit mit der Gruppe Karlsruhe der Deutschen Friedensgesellschaft Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen zum 70. Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima.