Las Insoladas – Sonnenstiche

Argentinien 2014, Gustavo Taretto
Digital, 102 Min., dt.Untertitel

 

 

Buenos Aires, am Morgen des 30. Dezembers 1995. Auf einem Hochhausdach inmitten der argentinischen Hauptstadt treffen sich sechs Freundinnen zum Sonnenbaden.

Ein Vorbereitungsritual, das für perfektes Aussehen sorgen soll, denn am Abend findet der mit Spannung erwartete Salsa-Wettbewerb statt. Während die Stunden vergehen und die Temperaturen steigen reden die Frauen über ihre Liebesaffären, den Überlebenskampf in einer immer rücksichtsloser werdenden Wirtschaft, über Kommunismus, fehlende Bindungen und vergessene Träume. Vor allem erinnern sie sich wieder an ihren gemeinsamen Traum, dem Alltag zu entfliehen und nach Kuba zu reisen. Bei sengender Hitze wird ihre Sehnsucht allmählich zur Obsession: Die Vorstellung den Wettbewerb zu gewinnen, um mit dem Preisgeld den Traum vom Paradies zu verwirklichen, kommt ihnen plötzlich ganz realistisch vor.

Bereits in Gustavo Tarettos vielgelobten Debütfilm MEDIANERAS wird die Stadt Buenos Aires zur Mitspielerin. In seinem zweiten Langfilm, der zeitlich in einem Argentinien zwischen zwei Wirtschaftskrisen angelegt ist, bleibt die Skyline von Buenos Aires allgegenwärtig – stellvertretend für einen urbanen Alltag, der die Sonnenanbeterinnen in ihrer zunehmenden Ausgelassenheit an die Realität erinnert.