Branded to Kill

Koroshi no Rakuin
Japan 1967, Seijun Suzuki
35mm, 87 Min., dt.Untertitel

 

 

Der 1923 geborene Japaner Seijun Suzuki ist, trotz seines Rufs als Kult-Regisseur, immer ein großer Unbekannter des Genre-Kinos geblieben. Seine Filme versieht man gern mit Adjektiven wie komisch, parodistisch, erotisch, gewalttätig, exzentrisch oder anarchisch. Es sind Filme wie TOKYO DRIFTER und vor allem der 1967 entstandene BRANDED TO KILL, die den Zuschauer staunen lassen über das schwindelerregende Delirium, das der Regisseur mit der ihm eigenen Phantasie entwirft. Sein Einfluss auf zeitgenössische Filmemacher wie John Woo, Quentin Tarantino und neuerdings Nicolas Winding Refn ist unübersehbar.

Hanada Goro wird in der Tokioter Unterwelt als „Killer Nr. 3“ eingestuft, der seine Aufträge mit kühler Professionalität erledigt. Um „Killer Nr.1“ zu werden schließt er sich der Gang von Yabuhara an. Als ihm aber bei einem Auftrag ein Fehler unterläuft, wird er selbst zum Gejagten. Suzuki nimmt hier mit Verve die Konventionen des Yakuza-Genres auseinander und testet die Grenzen der japanischen Zensur. BRANDED TO KILL ist ein außergewöhnlicher Thriller voll ruppiger Erotik und grausamem Humor, gedreht in genau komponierten Schwarzweiß-Bildern im Cinemascope-Format. (nach: Michael Ranze, Metropolis Kino 7/13)