Searching for Sugar Man

Schweden/Großbritannien 2012, Malik Bendjelloul
Digital, 86 Min., dt.Untertitel

 

 

Die Geschichte klingt nach einem Fake. Anfang der 1970er Jahre nahm der Latino-Amerikaner Sixto Rodriguez zwei Folk-Platten auf. Die Kritiken waren gut, aber das Publikumsinteresse war gleich Null. Das Label kündigte den Vertrag, der Singer-Songwriter verschwand in der Versenkung und schlug sich in Detroit als Bauarbeiter durch. Was er nicht weiß: zur gleichen Zeit gibt es eine weiße Subkultur in Kapstadt und Johannesburg, die sich gegen das südafrikanische Apartheidregime aufzulehnen beginnt. Dieser Szene sprechen die Songs von Rodriguez aus der Seele. Die beiden Platten werden immer wieder neu aufgelegt und verkaufen sich in Millionenhöhe. In Südafrika halten ihn alle für einen der größten Stars der USA. Durch die Abschottung des südafrikanischen Staates merkt aber niemand etwas davon. Da keine neue Platten erscheinen, entstehen schließlich sogar Gerüchte, der Sänger habe sich auf offener Bühne das Leben genommen. Erst in den 1990er Jahren machen sich zwei Fans auf die Such nach ihrem alten Idol – und finden Rodriguez verarmt, aber völlig lebendig in Detroit. Sie laden ihn und seine Töchter nach Kapstadt ein, wo er vor 20.000 Menschen sechs ausverkaufte Konzerte gibt. Diese unglaubliche Story erzählt der schwedische Filmemacher Malik Bendjelloul in seiner Musikdokumentation Searching for Sugar Man, die nicht zuletzt die Entdeckung wunderbarer Folksongs erlaubt.