In meinem Kopf ein Universum

Chce sie zyc
Polen 2013, Maciej Pieprzyca
mit Dawid Ogrodnik, Dorota Kolak, Arkadiusz Jakubik, Helena Sujecka Digital, 108 Min., polnisch / dt.UT, empfohlen ab 12

 

 

„Sein Gehirn arbeitet nicht, er ist ein Gemüse“, so beurteilt die Neurologin den Jungen Mateusz, der mit unkoordinierten Bewegungen daran scheitert, kleine Bausteine in vorgefertigte Löcher zu setzen. Mateusz, Kind einer Arbeiterfamilie, wächst in Polen in den 1980er Jahren bei seinen Eltern und Geschwistern in bescheidenen Verhältnissen auf. Er leidet an einer zerebralen Bewegungsstörung und obwohl er nicht sprechen kann, nimmt er doch alles in seiner Umgebung wahr: Die abschätzigen Bemerkungen seiner Schwester, die unermüdliche Fürsorge seiner Mutter und die liebenswürdige heitere Zuwendung seines Vaters, der ihm als einziger auf Augenhöhe begegnet. Als die Familie ohne Vater zurückbleibt, fasst die überforderte Mutter den Entschluss Mateusz in einem Heim für geistig Behinderte unterzubringen. Die Begegnung mit einer Sprachtherapeutin, die eher zufällig seine kognitiven Fähigkeiten erkennt, ermöglicht ihm endlich den Ausbruch aus seiner seelischen Isolation.

Der polnische Autorenfilmer Maciej Pieprzyca inszeniert seinen mehrfach ausgezeichneten Film als Rückblick des erwachsenen Mateusz, der seine eigene Geschichte aus dem Off erzählt. Basierend auf einer wahren Begebenheit  und von einem hervorragenden Hauptdarsteller getragen, ist In meinem Kopf ein Universum ein ebenso humorvolles wie bewegendes Plädoyer für die Akzeptanz des Menschseins in all seinen Facetten.