Ein Tick anders

Deutschland 2011, Andi Rogenhagen
mit Jasna Fritzi Bauer, Waldemar Kobus, Victoria Trauttmansdorff. 35mm, 87 Min., empfohlen ab 14

 

 

„Ich würd’ auch Angst kriegen, wenn ich mich treffen würde.“ Eva ist 17 und tickt anders als die Anderen. Sie leidet unter dem Tourette-Syndrom, jenem „Schluckauf im Kopf“, der in den unpassendsten Momenten „böse“ Wörter über ihre Lippen kommen lässt. Die Schule hat sie geschmissen, um nicht ständig zum Gespött in ihrer Klasse zu werden. Ihr Lebensmittelpunkt im idyllischen Marl ist ihre schräge Familie: Der Vater ist ein gutmütiger Tolpatsch und glückloser Autoverkäufer, die Mutter frönt ihrer Kaufsucht, Onkel Bernie träumt immer noch von einer Karriere als Gitarrist und schlägt sich als Kleinkrimineller durch, während ihre Oma gerne Sprengsätze bastelt, mit denen sie dann den Staubsauger in die Luft jagt. Als Evas Vater seinen Job verliert und eine neue Stelle in Berlin antreten kann, versucht Eva selbst zu Geld zu kommen, um den gefürchteten Umzug in die Großstadt zu verhindern. Bald gerät sie in wirklich brenzlige Situationen und wächst dabei über sich selbst hinaus. EIN TICK ANDERS, eine anarchische und warmherzige Komödie über Familie, Liebe und Toleranz, beeindruckt besonders durch das erfrischende Spiel seiner Hauptprotagonistin und durch eine poetische Bildgestaltung.