What Our Fathers Did: A Nazi Legacy

GB 2015, David Evans
Digital, 96 Minuten, Englisch/dt.Untertitel

 

 

In WHAT OUR FATHERS DID: A NAZI LEGACY kreuzen sich die Wege der Nachfahren von Opfern und Tätern. Philippe Sands ist der Enkel einer Familie jüdischen Glaubens aus Lwiw (Lemberg) in der Ukraine, in Großbritannien aufgewachsen, ein bekannter Jurist mit Schwerpunkt auf Menschen- und Staatsrecht. Bei Recherchen zu einem Buch über die juristische Verfolgung von Menschenrechtsverletzungen seit den Nürnberger Prozessen (East West Street) lernt Philippe Sands Niklas Frank kennen, den Sohn des führenden Juristen des dritten Reichs, glühenden Hitler-Verehrers und Generalgouverneurs von Polen, Hans Frank. Er macht Sands mit Horst von Wächter bekannt, einem Freund. Von Wächters Vater war einer von Hans Franks Stellvertretern, SS-Führer und Gouverneur von Galizien. Lwiw gehörte zu seinem Machtbereich.

Alle drei begeben sich auf eine Reise in die Vergangenheit, an diesen Ort. Die beiden Freunde können unterschiedlicher nicht sein. Geprägt durch ihre konträren Familienbeziehungen dominieren bei Frank Abscheu und Distanzierung, bei von Wächter Liebe und Realitätsverleugnung gegenüber den Eltern. Horst von Wächters sanfte Beharrlichkeit, seinen Vater nicht als Täter sehen zu müssen, wird im Verlauf der Reise zur Belastungsprobe. Konsequenterweise führt ihn seine Geschichtsverleugnung letztlich zum Neonazismus, er verknüpft bereitwillig die Vergangenheit mit der Gegenwart.

 

Im Anschluss an die Vorführung besteht Gelegenheit zum Gespräch mit Prof. Dr. Rolf-Ulrich Kunze, Karlsruher Institut für Technologie (KIT) Institut für Geschichte, Universitätsbereich Neuere und Neueste Geschichte. Moderation: Catherine Devaux, amnesty international, Karlsruhe

 

Eine gemeinsame Veranstaltung von amnesty international und Kinemathek Karlsruhe e.V.