Der Kuaför aus der Keupstrasse

Deutschland 2015, Andreas Maus
Digital, 92 Min., Deutsch, Türkisch, dt. /türk.UT

 

 

Im Mittelpunkt des Films stehen die Opfer des Nagelbombenanschlags in der Kölner Keupstrasse. Am Nachmittag des 9. Juni 2004 explodierte die Bombe vor dem Geschäft des Frisörs Özcan Yildirim. In den Augen der ermittelnden Behörden wird er schnell zum potentiellen Täter mit Verbindungen zur Schutzgeld- oder Drogenmafia. Er wird kriminalisiert und mit ihm eine ganze Straße, eine Gemeinschaft mit Migrationshintergrund. Erst sieben Jahre später werden die Rechtsterroristen des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) als die wahren Täter enttarnt. Der Film rekonstruiert die Ermittlungen der Polizei anhand der Verhörprotokolle.

So wie in Köln wurden auch in den anderen Städten, in denen die NSU gemordet hat, zumeist die Angehörigen und ihr Umfeld verdächtigt. Der Film eröffnet die Diskussion über die Frage einer strukturellen Fremdenfeindlichkeit in Deutschland auf eine neue Art, nämlich aus der Perspektive der Betroffenen.

 

Im Anschluss an die Vorführung am 15.3. besteht Gelegenheit zum Gespräch mit Alexander Salomon, Landtagsabgeordneter Bündnis 90/Die Grünen und Mitglied des NSU-Untersuchungsausschuss.

 

Eine gemeinsame Veranstaltung von amnesty international und Kinemathek Karlsruhe e.V. Mit freundlicher Unterstützung von RaS - Verein für solidarisches Leben