Szenario

Deutschland 2014, Philip Widmann/Karsten Krause
mit Lisa Arndt, Odine Johne, Kenneth Huber. Digital, 89 Min.

 

 

Der Inhalt eines Aktenkoffers legt die Spur zu einer oberflächlich geordneten bundesrepublikanischen Existenz im Herbst/Winter 1970. Die Zeichen deuten auf Köln, eine Stadt, die als Sinnbild für dieses Land in dieser Zeit stehen mag. In besagtem Koffer findet sich: die akribische Dokumentation der Affäre zwischen einem mittelständischen Unternehmer namens Hans und seiner Sekretärin Monika. Ausgehend von den Aufzeichnungen des Mannes untersucht der Film das Feld der unendlichen Möglichkeiten und der endlichen Wahrscheinlichkeiten dieser Geschichte zwischen einem Mann und einer Frau. Darüber geblendet aber auch andere, abweichende Versionen der Ereignisse, gewissermaßen Zwischenrufe. Ein hermetisch offenes Werk, zu betrachten mit weit geschlossenen Augen. (Berlinale 2014)

Ein spannender, unangestrengt-experimenteller Dokumentarfilm, der ein ebenso einzigartiges wie exemplarisches Zeitbild entwirft und zugleich leichtfüßig die Schnittmenge von Geschichte, Erinnerung und Identität reflektiert. (nach: fd 7/15)