Night Moves

USA 2013, Kelly Reichardt
mit Jesse Eisenberg, Dakota Fanning, Peter Sarsgaard. Digital, 112 Min., dt.Untertitel

 

 

Josh und Dena sind zwei Umweltaktivisten, die in einem landwirtschaftlichen Kollektiv im Nordwesten der USA leben. Den Raubbau an der Natur sehen sie wie fast alle Menschen in diesem grünen Landstrich kritisch. So kritisch, dass die beiden mit Hilfe des Kriegsveteranen Harmon beschließen, zur Tat zu schreiten. Um ein Zeichen zu setzen, wollen sie einen gewaltigen Staudamm in die Luft sprengen. Als es dabei zu einem ungewollten Todesopfer kommt, muss sich die Gruppe den unvorhergesehenen Konsequenzen stellen. Auf den ersten Blick könnte man Kelly Reichardts neuen Film als Öko-Thriller bezeichnen. Aber wie schon ihr letzter Film MEEK'S CUTOFF nur sehr eingeschränkt als Western gelten konnte, hält sich auch NIGHT MOVES wenig an klassische Genrekonventionen. Obwohl es Reichardt hier durchaus versteht, spannende Szenen zu inszenieren, tut sie, was alle ihre bisherigen Filme auszeichnete: sie beobachtet. Unterstützt wird sie dabei von jungen, noch weitgehend unbekannten Darstellern, die der Verlorenheit ihrer Figuren eine große Glaubwürdigkeit verleihen. Das Ergebnis ist ein brisanter Film über das Wesen des politischen Fundamentalismus, der bei seiner Premiere im Wettbewerb von Venedig letztes Jahr große Beachtung fand.