Offene Türen, offene Fenster

Abrir puertas y ventanas
Argentinien 2011, Milagros Mumenthaler
mit Maria Canale, Martina Juncadella, Ailin Salas. Digital, 100 Min., dt.Untertitel.

 

 

Buenos Aires im Spätsommer, irgendwann in den 1990er Jahren. In einer alten Villa am Stadtrand leben die Schwestern Marina, Sofia und Violeta. Ihre Eltern sind vor einigen Jahren gestorben oder spurlos verschwunden, wie so viele Menschen in den Jahren der Militärdiktatur. Die drei wurden von ihrer Großmutter aufgezogen. Als diese stirbt, verlieren die Geschwister damit ihren letzten Halt. So gut es eben geht, versuchen sie, mit der neuen Situation zurecht zukommen. Man liegt sicher nicht falsch, wenn man bei Milagros Mumenthalers zauberhaftem Debütfilm an die „Drei Schwestern“ von Anton Tschechow denken muss. Die Paraphrase des Klassikers ist dabei ganz gegenwärtig und gleichzeitig magisch-rätselhaft. OFFENE TÜREN, OFFENE FENSTER ist ein in seiner stillen, beiläufigen Gelassenheit und Sensibilität eindrücklicher Frauenfilm. Beim Filmfestival von Locarno wurde er dafür mit dem Goldenen Leoparden ausgezeichnet. (nach: Irene Genhardt, film-dienst 20/14)