Lifelong – Hayatboyu

Türkei 2013, Asli Özge
mit Defne Halman, Hakan Cimenser, Gizem Akman. Digital, 102 Min., dt.Untertitel.

 

 

Nisantasi ist ein nobles Stadtviertel von Istanbul. Hier leben die Schönen und Reichen, aber nicht unbedingt die Glücklichen. So wie der 52-jährige Architekt Can und seine Frau Ela, eine Künstlerin, die ihre kreativste Zeit hinter sich hat. Ihre Tochter ist zum Studium nach Ankara aufgebrochen, nun sind sie allein. Durch ein zufällig mitgehörtes Telefonat ihres Mannes wächst in Ela der Verdacht, dass er sie betrügt. Doch darüber sprechen die beiden nicht miteinander. Ihr Schweigen wird vielmehr zum Symbol ihrer emotionalen Entfremdung. Das indirekte Erzählen, das auf einer beobachtenden, psychologisch-analytischen oder metaphorischen Ebene stattfindet, macht aus einem eigentlich trivialen Alltagsthema ein poetisches Sujet. Die psychologische Dichte, die belauernden Blicke und die beredte Wortlosigkeit erinnern an Ingmar Bergmans Drama Szenen einer Ehe. Auch Asli Özge gelingt großes Schauspielkino, getragen von zwei herausragenden Hauptdarstellern. (nach: Stefan Volk, film-dienst 16/04)