Töchter

Deutschland 2014, Maria Speth
mit Corinna Kirchoff, Kathleen Morgeneyer, Hermann Beyer. Digital, 92 Min.

 

 

Agnes, eine Lehrerin aus der hessischen Provinz, kommt nach Berlin. Sie soll eine tote junge Frau identifizieren, da es sich um ihre weggelaufene Tochter handeln könnte. Sie ist es nicht, trotzdem bleibt Agnes in der Stadt. Bei ihrer verzweifelten Suche trifft sie auf die Streunerin Ines, die nicht mehr von ihrer Seite weicht. Bei nächtlichen Autofahrten und Gesprächen im Hotelzimmer zwingt Ines mit ihrem provozierenden Verhalten und durch hartnäckiges Nachfragen Agnes dazu, das Mutter-Tochter-Verhältnis zu überdenken. Dabei ist die Kamera stets nah an den Gesichtern und lässt gleichzeitig Raum für das Aufeinandertreffen zweier Menschen, die sich gegenseitig aus der Reserve locken und dabei auf eigentümliche Weise annähern. TÖCHTER ist eine konsequente Fortschreibung des Werks der Filmemacherin Maria Speth. So könnte Ines eine Protagonisten aus ihrem Dokumentarfilm 9 LEBEN sein, der von Jugendlichen handelt, die sich für ein Leben auf der Straße entschieden haben. Und die fürsorgliche Mutter Agnes wirkt fast wie ein Gegenentwurf zu der jungen Frau in dem Spielfilm Madonnen, die Kinder zur Welt bringt, für die sie nicht die Verantwortung übernimmt. (nach: Anke Leweke, Berlinale Forum 2014)