Meteora

Griechenland 2012, Spiros Stathoulopoulos
mit Theo Alexander, Tamila Koulieva, Giorgos Karakantas. Digital, 81 Min., dt.Untertitel.

 

 

In der orthodoxen Kirche dürfen auch verheiratete Männer Priester werden. Nonnen und Mönche müssen dagegen zölibatär leben, was mitunter zu den gleichen Problemen führt wie bei ihren katholischen Kollegen. In den letzten verbliebenen orthodoxen Orden Thessaliens üben sich die Nonne Urania und der Mönch Theodoros in der Askese und widmen sich den alltäglichen Ritualen. Ihre Klöster thronen, durch einen Abgrund voneinander getrennt, auf imposanten Felsen; vom Tal aus sind sie nur mit einer Seilwinde bzw. über eine steile, in Stein gehauene Treppe zu erreichen. Bei einem ihrer Ausflüge begegnen sich die beiden und fangen füreinander Feuer. Und das lässt sich durch simple Kasteiung nicht mehr so leicht löschen. In konzentrierten, stark symbolischen Bildern entrollt der Film die „Heilsgeschichte“ seiner Protagonisten. Dafür bedient er sich sehr geschickt der byzantinischen und postbyzantinischen Bildtradition. Um die geheimen Wünsche und Ängste seiner Figuren zu visualisieren, verwendet er auch einige Animationsszenen, die sich an der Ikonen-Malerei orientieren. Meteora ist ein bildmächtiger Film über Geborgenheit und Enge, über menschliches Begehren und Gottesliebe. (nach: H. Strobel, fd 12/14)