Das merkwürdige Kätzchen

Deutschland 2013, Roman Zürcher
mit Jenny Schily, Anjorka Strechel, Mia Kasalo. Digital, 72 Min.

 

 

Als der Film DAS MERKWÜRDIGE KÄTZCHEN 2013 auf der Berlinale seine Premiere hatte, war sich die Kritik einig: Ein Glücksfall für das deutsche Kino. Seitdem hat der Abschlussfilm des Schweizer DFFB-Studenten Roman Zürcher eine viel beachtete Tour durch die internationalen Festivals absolviert, wo er sich schnell zu einem Geheimtipp des Publikums entwickelte. Dabei könnte man ihn leicht übersehen, so unspektakulär klingt zunächst einmal der Inhalt. Eine Familie kommt am Wochenende in einer Berliner Wohnung zusammen, ein Familienmitglied nach dem anderen trifft in der gemütlichen Wohnküche ein, hinzukommen noch die Tiere des Haushalts. Die Außenwelt ist lediglich in den Gesprächen gegenwärtig, die in teilweise absurde Monologe abdriften. Dabei entwickelt sich ein Geflecht aus Momenten, Raumzusammenhängen und Figuren, in dem eine Begegnung die nächste anstößt, ähnlich den Kugeln eines Billardspiels. Das funktioniert, weil Zürcher für seine Protagonisten eine regelrechte Choreografie entworfen hat, in die sogar das titelgebende Kätzchen einbezogen ist. Er selbst hat seinen Film eine „audiovisuelle Skulptur“ genannt. Es ist letztlich egal, als was man dieses kleine Meisterwerk bezeichnet - Hauptsache man verpasst es nicht.