Like Someone in Love

Frankreich/Japan 2012, Abbas Kiarostami
mit Tadashi Okuno, Rin Takanashi, Ryo Kase. Digital, 109 Min., deutsche Untertitel.

 

 

Die Studentin Akiko verdient sich in Tokio etwas Geld als Hostess. Ihr neuer Kunde ist Herr Takashi, ein Rentner und ehemaliger Soziologie-Professor. Als sie zu ihm nach Hause kommt, schläft sie in seinem Bett sofort ein. Der alte Mann, ohnehin verunsichert durch sein Tun, ist darüber fast erleichtert. Als Akikos Freund auftaucht, der nichts von ihrem Nebenverdienst weiß, hält er Herrn Takashi für ihren Großvater. Ein Spiel mit falschen Identitäten beginnt. Durch das subtile Raffinement von Kiarostamis Ästhetik der Diskretion und Verschwiegenheit erschließt sich die Geschichte erst nach und nach. Trotz der durchgängigen Ironie in der Erzählweise entwickelt sich eine latente Bedrohung, die von Minute zu Minute greifbarer wird. Das nächtliche Tokio erscheint dabei als ein Ort von großer poetischer Schönheit im Stil eines Neo Noir Films. Für den Kritiker Wolfram Schütte war LIKE SOMEONE IN LOVE 2012 „der schönste, komischste, hintergründigste und tiefsinnigste Film der 46. Hofer Filmtage“. Seit den 1990er Jahren zählt Abbas Kiarostami mit Filmen wie QUER DURCH DEN OLIVENHAIN und DER GESCHMACK DER KIRSCHE zu den wichtigen Erneuerern des iranischen Kinos. LIKE SOMEONE IN LOVE ist der zweite Film, den er außerhalb seines Heimatlandes realisiert hat.