A Touch of Sin

China 2013, Jia Zhang-Ke
mit Jiang Wu, Thao Tao, Wang Baoquiang. Digital, 125 Min., dt. Untertitel

 

 

Als A TOUCH OF SIN als offizieller chinesischer Wettbewerbsbeitrag beim letzten Festival von Cannes vorgestellt wurde, sorgte das bereits für großes Aufsehen. Dass ein so kritischer Film über das heutige China die Zensur passieren konnte, überraschte viele der westlichen Kritiker. Regisseur Jia Zhang-Ke beschreibt das Schicksal von vier Menschen und zeichnet damit ein Bild des modernen China als einen ökonomischen Giganten, der langsam von Gewalt zersetzt wird. Ein Minenarbeiter rebelliert gegen die Korruption der Dorfoberen. Ein mittelloser Wanderarbeiter verschafft sich auf seine Weise Geld. Die Mitarbeiterin einer Sauna wird von den Männern solange gedemütigt, bis sie sich wehrt. Ein junger Fabrikarbeiter zieht von einer perspektivlosen Arbeitsstelle zur nächsten. Der Film zeigt wie durch den wirtschaftlichen Aufschwung Chinas die soziale Ungerechtigkeit stark zugenommen hat und wohin die Wut vieler Menschen führt. Der Titel und einige inszenatorische Elemente von A TOUCH OF SIN verstehen sich als Hommage an den Martial-Arts-Film A TOUCH OF ZEN, einen Klassiker den King Hu 1971 inszenierte und der viel Einfluss auf die Entwicklung dieses Genres hatte. Jia Zhang-Ke ist hier ein Autorenfilm mit Anleihen beim populären Kino gelungen, der seine Stellung als einer der wichtigsten unabhängigen Filmemacher Chinas unterstreicht.