Stille Seelen

Ovsyanki
Russland 2011, Alexei Fedortschenko, 77 Min.
35mm, dt.Untertitel

 

 

Mit STILLE SEELEN ist dem russischen Regisseur Alexei Fedortschenko ein filmisches Juwel gelungen, das an die große Zeit des bildmächtigen Kunstkinos der UdSSR anknüpft. Zwei Männer machen sich mit der verstorbenen Frau des Einen auf die Reise, um sie nach einem alten Ritual zu bestatten. In eine Wolldecke gepackt setzen sie die schön geschmückte Tanja auf den Rücksitz ihres kleinen Autos und fahren zu einem weit entfernten Fluss. Sie gehören zum Volk der Merja, einer ethnischen Minderheit, die vor 400 Jahren aus Finnland eingewandert ist, slawisch wurde und die Gegend nördlich von Moskau besiedelte. Dabei wird im Film nie ganz klar, ob all die Rituale auch tatsächlich existieren, oder ob es sich hier um eine literarische Mythologie handelt. Fiktion und Realismus verbindet Fedortschenko ebenso selbstverständlich wie unterschiedliche Zeitebenen. Das Ergebnis ist ein wunderbarer Film über das Erinnern und eine Feier des Lebens inmitten einer gewaltigen, halb gefrorenen Landschaft. Beim Festival von Venedig 2011 wurde er mit dem Kamerapreis ausgezeichnet.