Oslo, 31. August

Norwegen 2012, Joachim Trier, 96 Min.
Digital, dt.Untertitel

 

 

„Ich bin 34 Jahre alt. Ich habe nichts.“ Das ist die Selbsteinschätzung von Anders, der in zwei Wochen eine Entziehungskur in einer Drogenklinik beenden wird. Er gilt als clean und darf für einen Tag die Klinik auf dem Land verlassen, um zu einem Vorstellungsgespräch zu fahren. Nun ist er zurück in Oslo, der Stadt, deren Versuchungen er früher nicht widerstehen konnte. Er besucht alte Freunde und lässt sich durch die Straßen treiben. Er sucht nach einem Grund, warum er sein Leben fortsetzen sollte. Am Beispiel von Anders und seinen Freunden gelingt Regisseur Joachim Trier das Porträt einer ganzen Generation bürgerlicher Kinder im wohlhabenden Norwegen. Zugleich zeichnet er ein Bild von der Schönheit Oslos im Spätsommer, wenn das Licht der Stadt eine ganz eigene Stimmung verleiht. Für seine Geschichte übernahm Trier Elemente des Romans Das Irrlicht von Pierre Drieu La Rochelle aus dem Jahr 1931, den bereits Louis Malle in den frühen 1960er Jahren adaptiert hat. Die Reinheit seiner Inszenierung ist dagegen von den Filmen Robert Bressons inspiriert.