In den letzten Tagen der Stadt

Akher ayam el madin
Ägypten/D/Ver.Arab.Emirate 2016, Tamer El Said
mit Khalid Abdalla, Laila Samy, Hanan Youssef. Digital, 118 Min., Arabisch/dt.Untertitel

 

 

Kairo, 2009: Noch sind es zwei Jahre, bis die ägyptische Revolution losbrechen wird. Mubaraks repressiver Polizeiapparat und die Pressezensur lähmen das Leben. Der Filmemacher Khalid arbeitet an einem Porträt über seine Stadt, findet aber keinen so rechten Ansatz für das Projekt. So sichtet er das Material, ganz so, als warte er darauf, dass es irgendwann von sich aus einen Sinn ergibt. Ähnliches gilt für sein Leben: Alles ist im Wartezustand, Umbrüche deuten sich diffus an, doch welche Richtung sie nehmen sollen, ist noch völlig unklar. So lässt Khalid sich durch Kairo und Gespräche mit FreundInnen und KollegInnen treiben. Es entsteht das komplexe Mosaik einer Stadt, die zur eigentlichen Protagonistin des Films wird. „Eine märchenhafte Suche nach der verlorenen Zeit und dabei ganz gegenwärtiges, hellwaches Kino. Ein Film, der essayistisch ist, fiktional und dokumentarisch, ein Film über das Filmemachen, ein intimes Selbstporträt und eine Betrachtung des letzten Sommers vor der Revolution – nostalgisch, sinnlich, klug“, so die Jurybegründung für die Auszeichung Tamer El Saids mit dem Caligari-Filmpreis auf der Berlinale 2016.

 

Regisseur Tamer El Said wird am 10. September für ein Filmgespräch zu Gast sein.