Sparrows

Island/Dänemark 2016, Rúnar Rúnarsson
mit Atli Oskar Fjalarsson, Ingvar E. Sigurdsson. Digital, 100 Min., Isländisch/dt.Untertitel

 

 

Der 16-jährige Ari lebt mit seiner Mutter in Reykjavik. Als sie für ein humanitäres Projekt für mehrere Jahre nach Afrika geht, schickt sie ihn in ein kleines Dorf im Nordwesten Islands. Es ist zwar der Ort seiner Kindheit, aber Ari hat zu ihm keine wirkliche Verbindung mehr. Auch das Verhältnis zu seinem leiblichen Vater, der hier in einer Fischfabrik arbeitet, ist ziemlich unterkühlt. Nur seine Großmutter gibt ihm ein Gefühl von Geborgenheit. Das Leben in der grandiosen Naturlandschaft ist von Monotonie geprägt, der Alkohol ist nicht nur für Aris Vater ein ständiger Begleiter. Der mehrfach preisgekrönte Film ist viel mehr als eine konventionelle Coming-of-Age-Geschichte. Er ist ein existenzielles Drama über das Geworfensein in eine fremde Welt, eine subtil gezeichnete Vater-Sohn-Beziehung, ein stilistisch geschlossener, ruhig erzählter Film, bei dem alles stimmt. Das macht diesen kleinen Film vom Ende der Welt zu einem der herausragenden Ereignisse im Kinojahr 2016. (nach: Rudolf Worschech, epd Film 11/16)