The Assassin

Nie yin niang
Taiwan/China/Hongkong 2015, Hou Hsiao-hsien
mit Shu Qi, Chang Chen, Zhou Yun. Digital, 105 Min., Alt-Mandarin/dt. Untertitel

 

 

Der taiwanesische Regisseur Hou Hsiao-hsien zählte besonders in den 1980er und 90er Jahren zu den zentralen Erneuerern des asiatischen Autorenkinos. Nun hat er erstmals einen historischen Stoff gewählt und einen sehr ungewöhnlichen Martial-Arts-Film inszeniert. Die Geschichte spielt im China des 9. Jahrhunderts während der späten Tang-Dynastie, eine immer noch hoch geschätzte Blütezeit der Kunst und Poesie. Doch die Machtverhältnisse sind instabil, die Herrschaft des Kaisers ist durch aufstrebende Provinzfürsten bedroht. Im Mittelpunkt steht eine junge Frau, die von ihrer Tante, der Äbtissin einer Kampfkunstschule, zur Auftragskillerin ausgebildet wurde. Nach Jahren im Exil schickt man sie in ihre Heimat zurück, um den Mann zu töten, dem sie einst versprochen war. Auch wenn Hsiao-hsien für seinen Film opulente Bilder von manchmal fast schmerzhafter Schönheit findet, erzählt er mit einer für das Genre völlig untypischen Ruhe und Lakonie. Dabei kommt er der historischen Zeit durch akribisch recherchierte Ausstattungsdetails so nahe wie nur möglich. Beim Festival in Cannes wurde er für THE ASSASSIN letztes Jahr mit einer Palme für die Beste Regie ausgezeichnet.