Soy Nero

Mexiko/Frankreich 2015, Rafi Pitts
mit Johnny Ortiz, Rory Cochrane, Khleo Thomas. Digital, 118 Min., Spanisch, Englisch/dt.UT

 

 

Der aus dem Iran stammende und im französischen Exil lebende Regisseur Rafi Pitts hat in seinem packenden Film SOY NERO erstmals das Thema der Green-Card-Soldiers aufgegriffen. So nennt man Ausländer, die zur US-Armee gehen, in der Hoffnung dafür die amerikanische Staatsbürgerschaft zu erhalten. Aber garantiert ist das nicht.

Pitts’ Geschichte basiert auf den Erlebnissen des Mexikaners Daniel Torres, der im Irakkrieg diente und danach wieder nach Tijuana abgeschoben wurde. Im Mittelpunkt steht der junge Mexikaner Nero, der illegal zu seinem Bruder nach Los Angeles reist. Um einen legalen Status zu erlangen, meldet er sich schließlich zum Militär und befindet sich bald in der Wüste Afghanistans. Der Film zeichnet das Bild einer globalen Welt, in der Grenzen ihre Funktion verloren haben und die nur noch aus Un-Orten zu bestehen scheint. Heimat ist hier endgültig zu einem Sehnsuchtsort geworden, der nur noch als Fiktion existiert. Die Wüste wird Pitts dafür zur visuellen Metapher, in der sein Protagonist rennt und rennt. Auf der letzten Berlinale wurde der Film als einer der politischsten und gegenwärtigsten des Wettbewerbs gefeiert.