Il Futuro – Eine Lumpengeschichte in Rom

Italien/Chile/D 2013, Alicia Scherson
Digital, 98 Min., dt. Untertitel, mit Manuela Martelli, Rutger Hauer, Luigi Ciardo.

 

 

Von einigen Jahren kamen die Eltern von Bianca und Tomás aus Chile nach Rom. Als sie bei einem Autounfall sterben, beschließen die beiden Teenager, ihr alltägliches Leben so gut es geht fortzusetzen. Schließlich hecken sie einen Plan aus, der ihre Geldsorgen beenden soll. Aus dem Fitness-Studio, in dem Tomás jobbt, kennen sie einen alten, blinden Bodybuilder, den alle nur „Maciste“ nennen, da er in früheren Zeiten auch in billigen italienischen Sandalenfilmen mitwirkte. Angeblich hat er ein Vermögen im Safe seines Hauses versteckt. Bianca soll eine Beziehung mit ihm eingehen, und so das Versteck finden. Tatsächlich gewinnt sie sein Vertrauen und geht bald in seinem großen, labyrinthischen Palast ein und aus. So vergehen die Wochen und Bianca findet Gefallen an dem charismatischen Mann. Ihr bisheriges Leben löst sich immer weiter auf.

Nach PLAY und TURISTAS, den wir in unserem August-Programm gezeigt haben, ist dies die erste internationale Koproduktion der jungen, chilenischen Filmemacherin Alicia Scherson. Der Film basiert erstmals nicht auf einem eigenen Drehbuch, sondern auf dem Buch „Lumpenroman“ von Roberto Bolaño, einem der Schwergewichte der lateinamerikanischen Literatur. Wie dem Buch gelingt es auch Schersons Film, mit einer brillanten Mischung aus Märchen, Erotik, Sozialstudie und Krimi einer Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten, die sich schon längst selbst verloren hat.