Riverbanks

Griechenland 2014, Panos Karkanevatos
mit Andreas Konstantinou, Elena Mavridou. Digital, 93 Min., Griechisch/dt.UT

 

 

Am Fluss Evros, der Griechenland von der Türkei trennt, endet für viele Flüchtlinge der Weg nach Europa. Sie ertrinken, erfrieren oder kommen durch Minen um, die noch aus der Zeit des Zypernkonfliktes von 1974 stammen. In dieser Welt zwischen Hoffnung und Tod leben die drei Hauptfiguren. Chryssa ist eine Schleuserin wider Willen, die in den Rucksäcken der Flüchtlingskinder auch Drogen schmuggelt. Sie steckt in der Zwickmühle, denn der Drogenboss Ivo ist gleichzeitig der Vater ihres Kindes. Ein Lichtblick in dieser Situation ist der griechische Soldat Yannis, der sich freiwillig zum Minenräumen gemeldet hat. Sein eigenes Leben bedeutet ihm nicht viel, so möchte er mit seiner gefährlichen Arbeit das Leben anderer retten. Als er Chryssa begegnet, ist es Liebe auf den ersten Blick. In ihrem surrealen Alltag mit seiner permanenten Gefahr ist jede gemeinsam verbrachte Stunde ein Geschenk. Sie wollen fliehen, um ein neues Leben zu beginnen. Doch die Drahtzieher des Kinder- und Drogenschmuggels setzen sich auf ihre Fährte. Dem Regisseur Panos Karkanevatos geht es in seinem ruhigen, aber spannend erzählten Film um die verschiedenen Gefühle und Motivationen der Protagonisten. Damit gelingt ihm eine ungewohnt differenzierte Behandlung des Themas Flüchtlinge jenseits der Tagesaktualität.