Imagine Waking Up Tomorrow and All Music Has Disappeared

Schweiz/Deutschland, Stefan Schwietert, 2015 Min.
Digital, 86 Min., Englisch/dt.UT

 

 

In den 1980er und 90er Jahren wurde der Schotte Bill Drummond berühmt als Mastermind der Band The KLF, die mit Hits wie „3 a.m. Eternal“ und „Justified & Ancient“ die Popwelt aufmischte. Dann kappte er alle Verbindungen zur Musikindustrie, verbot den weiteren Vertrieb und das Spielen seiner Musik und verbrannte schließlich in einer spektakulären Aktion eine Million britische Pfund. Ein ewiger Punk und ein anarchischer Geist ist er aber geblieben. In Stefan Schwieterts Dokumentarfilm fragt er, was passiert, wenn auf einmal alle Musik, alle Instrumente, alle Vorstellung von Musik plötzlich verschwunden wären. Dann würden die Menschen wieder ganz von vorne anfangen. Sie würden Töne sammeln und zusammenfügen bis es wieder eine neue Musik gäbe. Für sein Projekt The 17 möchte Drummond den größten Chor der Welt erschaffen. Er reist durch England und Wales bis an die irische Küste. Unterwegs bittet er ganz verschiedene Menschen für sein Tonband jeweils eine bestimmte Tonfolge zu singen. Am Ende fügt ein Tontechniker das Material zusammen und Drummond lässt es nur für sich allein auf einer Klippe abspielen. Danach wird es für immer gelöscht, es gibt keine Aufzeichnung, das gehört zu Drummonds Konzept. Auch der Zuschauer hört nur die Einzelteile und nicht das Ergebnis. Schwieterts humorvoller Film porträtiert einen Wanderprediger ohne Botschaft auf seiner Reise an den Nullpunkt. Dorthin, wo etwas Neues beginnt.