The Tribe

Plemya
Ukraine 2014, Myroslav Slaboshpytskiy
mit Grygoriy Fesenko, Yana Novikova, Roza Babiy. Digital, 130 Min.

 

 

Film ist in erster Linie eine visuelle Kunstform. Diese im Grunde banale Erkenntnis, macht sich der ukrainische Film THE TRIBE auf so radikale Weise zu Nutze, wie man es im Kino bislang noch nicht gesehen hat. Die Protagonisten des Films sprechen ausschließlich in Gebärdensprache miteinander, auf jegliche Untertitel oder Erläuterungen aus dem Off wurde verzichtet. Trotzdem fällt es nicht schwer, die packende Geschichte zu verstehen und dem Film zu folgen. Er spielt in einem Internat für jugendliche Taubstumme. Als der schüchterne Sergey hier eintrifft, lernt er schnell die mafiösen Strukturen kennen, die sich unter den Teenagern gebildet haben. Hier herrscht eine Clique, die vor Gewalt und Raubüberfällen nicht zurückschreckt. Einige der Mädchen werden auf den Strich geschickt. Anfangs macht Sergey mit, er wird sogar zum Zuhälter von Anna bestimmt. Als er sich in das Mädchen verliebt, hat das fatale Folgen. Bei seiner Premiere in Cannes wurde der Film auch wegen seiner emotionalen Wucht als Sensation gefeiert. Und trotz seiner vermeintlichen Unverkäuflichkeit ans Publikum hat THE TRIBE glücklicherweise in zahlreichen Ländern Verleiher gefunden, die ihn unbedingt ins Kino bringen wollen.