Horse Money

Cavalo dinheiro
Portugal 2014, Pedro Costa
mit Ventura, Vitalina Varela, Tito Furtado. Digital, 103 Min., dt.UT; Originalsprachen: Portugiesisch, Kapverdisches Kreolisch.

 

 

Der portugiesische Regisseur Pedro Costa ist trotz seiner bisher acht Filme bei uns noch wenig bekannt. Nun besteht mit seinem neuesten Film HORSE MONEY die Gelegenheit, einen ebenso politischen wie künstlerisch komplexen Filmemacher zu entdecken. Seine Hauptfigur ist Ventura, der vor langer Zeit als Migrant nach Portugal kam und jetzt in einer Nervenheilanstalt behandelt wird. Mit Erinnerungen an wahre und erdachte Episoden erschafft er sich sein Leben neu. Dabei kommen viele historische Aspekte zum Vorschein vom Kolonialismus bis zur Nelkenrevolution 1975 und ihren Folgen. Der Film verzichtet bewusst darauf, zwischen Realität und Phantasie, zwischen Gegenwart und Vergangenheit klar zu unterscheiden. Das Ergebnis ist ein traumähnlicher, fragmentarischer Film über einen Mann, der seinen Platz in der portugiesischen Geschichte sucht. Beim Filmfest in München wurde er dafür mit dem Hauptpreis ausgezeichnet. Aus der Jurybegründung: „Bilder von tiefer Menschlichkeit, die weiter in uns nachhallen. Der Regisseur Pedro Costa entfesselt mit seiner Kreativität und Filmkunst eine Kraft, die das Kino dringend braucht.“